Dermatologie & Allergologie
Hyperhidrosis: Diagnose
Definition
Unphysiologisch starkes Schwitzen auf konstitutioneller oder erworbener Grundlage.
Zwei Formen von Hyperhidrosis werden unterschieden:
Symptomatische Hyperhidrosis
Verstärktes Schwitzen am gesamten Hautorgan mit erhöhter Feuchtigkeit der Hautoberfläche bis hin zur sichtbaren Tröpfchenbildung.
Ursachen
Meist erworben im Rahmen von:
- Adipositas
- chronischen Erkrankungen wie chronischer Polyarthritis, Tuberkulose u.a.
- endokrinen Erkrankungen bzw. Umstellungen wie Hyperthyreose, Diabetes mellitus, Gravidität, Menopause
- vegetativer Labilität
Genuine Hyperhidrosis
Erhöhte Hautfeuchtigkeit bis zur sichtbaren Tröpfchenbildung in umschriebenen Hautregionen.
Hyperhidrosis axillaris
Hyperhidrosis intertriginosa
z.B. submammär, genitoanal
Hyperhidrosis manuum et pedum
häufig mit Akrozyanose
Ursachen
- häufig konstitutionell, verbunden mit peripheren Durchblutungsstörungen oder bei Seborrhoe in seborrhoischen Hautregionen
- erworben bei Adipositas (intertriginöse Hyperhidrosis) und vegetativer Labilität
Verlauf
Konstitutionelle Hyperhidrosis beginnt in der Kindheit oder im Pubertätsalter und bildet sich häufig im Erwachsenenalter zurück. Beginn und Dauer der erworbenen Hyperhidrosis werden von der Grundkrankheit beeinflusst.
Komplikationen
Miliaria
Schweißtransportstörung bei akuter Hyperhidrosis mit Sekretstau (Miliaria cristallina) oder Drüsengangruptur mit Entzündung (Miliaria rubra)
Intertrigo
Hautschädigung durch physikalisch-chemisch bedingte Mazeration und/oder Bakterien bei fehlender Schweißabdunstung in intertriginösen Bereichen
Bromhidrosis
Entstehung von übel riechendem Schweiß durch bakterielle Schweißzersetzung
Sekundäre Infektionen
Chronisch-hyperhidrotische Hautregionen sind disponiert für virale (Warzen), mykotische (Dermatophyten- und Candida-Infektionen) und bakterielle Infektionen
Letztes Update:9 März, 2009 - 15:31








